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Technischer Beitrag

Fallback auf MSR bei einem EMV-Lesegerät im Tastaturmodus

In früheren Beiträgenhabe ich das zum Patent angemeldete Augusta Chipkarten-Lesegerät von ID TECH erwähnt, das eine EMV-Transaktion in nur 2 Sekunden abwickeln kann – dank integrierter „Faster EMV"-Unterstützung (häufig als QuickChip bezeichnet). Was Augusta einzigartig macht (und zum Patent angemeldet ist), ist nicht nur die Fähigkeit, QuickChip-Transaktionen durchzuführen. Das zum Patent angemeldete Merkmal besteht darin, dass diese Transaktionen mit einem USB-Gerät im Tastaturmodusdurchgeführt werden können. Das bedeutet: Sie stecken einfach Ihre Karte ein, und die Zeichendaten (welche die für eine EMV-Transaktion erforderlichen TLVs repräsentieren) werden automatisch vom Gerät ausgegeben – direkt verwertbar beispielsweise von einer browserbasierten virtuellen Terminal-Anwendung. Spezielle Treiber sind nicht erforderlich.

Um Augusta in eine Zahlungsanwendung zu integrieren, benötigen Sie keine spezielle Software, um das Lesegerät „abzufragen". Das Lesegerät gibt die Daten beim Einführen einer Karte automatisch aus. Diese Betriebsweise ist vielen Nutzern von MagStripe-Lesegeräten („Kartenlesern") bereits vertraut: Durch einfaches Durchziehen einer Karte fließen die Daten direkt in ein Webformular. Augusta bringt dieselbe Funktionalität für Entwickler von Zahlungsanwendungen, die EMV (Chipkartentransaktionen) unterstützen müssen. ID TECH ist das einzige Unternehmen mit EMV-fähigen Produkten, die dies ermöglichen.

Diese Funktionalität (QuickChip-EMV im Tastaturmodus) steht jetzt nicht nur in Augusta, sondern auch in anderen Kartenlesegeräten von ID TECH zur Verfügung – etwa im 3-in-1-Gerät ViVOpay VP3300, das MSR-, Chipkarten- und/oder kontaktlose NFC-Transaktionen verarbeiten kann, darunter Apple Pay, Android Pay, Mifare und weitere.

In einer Umgebung, in der Chipkarten eingesetzt werden, muss die Zahlungsanwendung normalerweise eine genaue Kontrolle über das Verhalten des Lesegeräts haben. Wenn ein Kunde beispielsweise eine Chipkarte durchzieht, anstatt den Chip zu nutzen, muss die Anwendung den Durchzug ablehnen, bis dreimal versucht wurde, den Chip einzustecken. Diese Logik (MagStripe-Durchzug erkennen, prüfen ob die Karte einen Chip hat, den Durchzug bei vorhandenem Chip ablehnen, einen Durchzug erst nach erfolglosem Chip-Einstecken zulassen) erfordert in der Regel einen umfangreichen Datenaustausch zwischen der Zahlungsanwendung und dem Lesegerät. Wie ist das möglich, wenn das Lesegerät ein „Tastaturgerät" ist, das Daten lediglich ausgibt Daten automatisch?

In den Lesegeräten von ID TECH lässt sich das Fallback-Verhalten über Konfigurationseinstellungen steuern. Bei der Einrichtung legt der Integrator das gewünschte Verhalten fest, indem er dem Lesegerät verschiedene TLVs (Tag-Length-Value-Triplets) als „Terminal-Einstellungen" im USB-HID-Modus übermittelt. Nach der Konfiguration kann das Lesegerät in den Tastaturbetrieb versetzt werden – nach dem Prinzip „einmal einstellen und vergessen". Ab diesem Zeitpunkt läuft das Fallback-Verhalten automatisch ab.

Beispiel: Sie können das Lesegerät so konfigurieren, dass es mithilfe des Tags DFEF62 prüft, ob eine Karte einen Chip besitzt. Wenn Sie für dieses Tag den Wert 01 angeben, prüft das Lesegerät beim Durchziehen der Karte automatisch den Service-Code in den Track-Daten, um festzustellen, ob ein Chip vorhanden ist. (Jeder Swipe-Versuch wird so lange abgelehnt, bis der Chip zuerst verwendet wurde.)

Möchten Sie steuern, wie oft der Karteninhaber aufgefordert werden soll, den Chip zu verwenden, können Sie dazu das Tag DFEF7D nutzen. Geben Sie im TLV den Wert 03 an (DFEF7D0103), um dem Lesegerät mitzuteilen, dass Karteninhaber den Chip mindestens 3 Mal versucht haben müssen, bevor ihnen der Fallback auf das Durchziehen der Karte gestattet wird.

Wenn Sie im Rahmen einer Fallback-Sitzung detaillierte Fehlercodes erfassen möchten, konfigurieren Sie das Lesegerät mit dem Tag DFEF65 und dem Wert 01. Der Wert „01" aktiviert die detaillierte Fehlerberichterstattung. Bei jeder Karteneinsteckung werden detaillierte Fehlercodes im Tag DFEF61 ausgegeben. Zu den möglichen zweistelligen Byte-Fehlercodes gehören folgende:

Eine vollständige Auflistung der Status- und Fehlercodes finden Sie in den Anhängen des ID TECH Tag Reference Guide, der kostenlos und ohne Registrierung auf der ID TECH Knowledge Base.

Ein weiteres Konfigurations-Tag, das Sie kennen sollten, ist DFEF7E. Mit diesem Tag können Sie genau festlegen, welche zweistelligen Byte-Fehlercodes das Fallback-Verhalten auslösen sollen. (Als Wert dieses TLV können Sie bis zu 32 zweistellige Byte-Fehlercodes angeben.)

Diese tiefgreifende Konfigurierbarkeit reduziert den Bedarf an umfangreicher Laufzeit-„Geschäftslogik" in Zahlungsanwendungen erheblich und vereinfacht die Integration eines EMV-Lesegeräts in eine POS-Umgebung deutlich. Dies ist eine der vielen Möglichkeiten, wie ID TECH den entscheidenden Schritt weitergeht, um Entwicklern die Arbeit zu erleichtern.

Haben Sie Fragen zu EMV? QuickChip? USB-Tastaturbetrieb? Rufen Sie unsere Experten an: 1-800-984-1010. Wir helfen Ihnen gerne weiter!