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EMV-Zertifizierungsprozess in 3 einfachen Schritten
Sie haben möglicherweise bereits von der EMV (Europay, MasterCard und Visa)-Zertifizierung gehört, die Unternehmen dabei hilft, EMV-konform zu werden und die erforderliche Ausstattung zur Betrugsprävention einzusetzen. Doch was genau ist die EMV-Zertifizierung, und wie läuft der Prozess ab? Da die EMV-Chip-Technologie zum Standard wird, stellt sich die Frage: Was sollten Sie über die EMV-Zertifizierung wissen?
In diesem Beitrag beantworten wir genau diese Fragen. Wir beleuchten die 3 Zertifizierungsebenen und erläutern den EMV-Zertifizierungsprozess anhand von 3 übersichtlichen Schritten. Darüber hinaus erklären wir, wie unser EMV-zertifizierter Common Kernel den Prozess erheblich vereinfacht.
Die Ebenen der EMV-Zertifizierung
Bevor wir uns den einzelnen Schritten des EMV-Zertifizierungsprozesses widmen, werfen wir zunächst einen Blick auf jede der 3 Ebenen. Der EMV-Zertifizierungsprozess lässt sich grundsätzlich in drei Ebenen unterteilen: Level 1 umfasst die Hardware, Level 2 den Software-Kernel und Level 3 die Gesamtlösung. Diese Einteilung wird verständlich, wenn man sich vorstellt, wie ein Gerät wie ein EMV-Kartenlesegerät funktioniert. Es geht nicht nur um Hardware. Es geht um die Hardware, kombiniert mit eingebetteter Software und der Unterstützung einer Reihe von Zahlungsnetzwerken.
EMVCo setzt sich aus mehreren Mitgliedsorganisationen zusammen, darunter Visa, Mastercard, Discover, Amex, JCB und UnionPay. Die EMVCo-Organisation verwaltet und legt die Anforderungen für alle drei Ebenen fest. Zudem benennt und autorisiert sie Testlabore, die Zahlungsterminals anhand der EMV-Spezifikationen für Level 1 und 2 prüfen. Die EMV-Zertifizierung erreicht Level 3 erst dann, wenn die ausgegebenen Geräte die Tests bei jeder der genannten Kartenmarken erfolgreich bestanden haben.
EMV-Zertifizierungsstufe 1: Hardware
Diese Stufe ist unkompliziert. Bei Level 1 geht es um das physische Terminal, an dem die Zahlungen geprüft werden. Diese Tests stellen sicher, dass das Gerät die physischen Anforderungen sowie die grundlegenden elektromagnetischen und kommunikationstechnischen Protokolle erfüllt, einschließlich Tests zur Betriebsreichweite. EMV Level 1-Tests und -Zertifizierungen gelten sowohl für kontaktbasiertes EMV als auch für kontaktloses EMV.
Der Hardware-Lieferant ist für die EMV Level 1-Zertifizierung verantwortlich.
EMV-Zertifizierungsstufe 2: Kernel/Library
Nachdem wir EMV-zertifizierte Hardware verstanden haben, kommen wir zur nächsten Ebene, die sich mit der Validierung der Zahlungsfunktionen befasst, die auf der L1-zertifizierten Hardware ausgeführt werden – konkret bekannt als Software-Kernel oder Library. Der EMV-Kernel stellt sicher, dass die L1-Hardware ordnungsgemäß mit der EMV-Chipkarte kommunizieren kann.
Für kontaktbasiertes EMV gibt es eine einheitliche Spezifikation, die von EMVCo für EMV Level 2-Tests festgelegt wurde. Für kontaktloses EMV hingegen verfügt jede Kartenmarke über eine eigene Spezifikation für kontaktloses EMV Level 2. In der Regel stellt der Hardware-Lieferant auch einen EMV Level 2-Kernel sowie die zugehörige L2-Zertifizierung bereit, da der Software-Kernel herkömmlicherweise intern im Zahlungsterminal ausgeführt wird.
EMV-Zertifizierungsstufe 3: Markenzertifizierung
Die vollständige EMV-End-to-End-Zertifizierung, in der Branche auch als EMV Level 3 bekannt, umfasst Hardware, die die EMV L1-Zertifizierung bestanden hat, einen zugelassenen EMV L2-Kernel (bzw. mehrere Kernel für kontaktlose Zahlungen), die Zahlungsanwendung, einen gewählten Gateway/Prozessor sowie die Genehmigung der Kartenmarken. Dabei wurden alle Komponenten einer EMV-Transaktion von den Kartenmarken geprüft und freigegeben.
3 einfache Schritte zur EMV-Zertifizierung
Nachdem wir die drei Ebenen der EMV-Zertifizierung kennengelernt haben, befassen wir uns nun mit dem Ablauf der Zertifizierungserlangung.
Schritt 1: Anwendungsentwicklung und Vor-Zertifizierungstests
Sobald die Hardware ausgewählt wurde, kann der Lösungsanbieter mit der Entwicklung der Zahlungsanwendung beginnen, um den Zahlungsvorgang zu initiieren. In der Regel stellen Hardwarelieferanten zugehörige SDKs sowie Dokumentationen bereit, damit Anwendungsentwickler ihre Applikation auf die jeweilige Hardware abstimmen können. In diesem Schritt können erste Vorabtests durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Anwendung wie erwartet funktioniert.
Schritt 2: Registrierung und Vorbereitung
Sobald die Anwendung einsatzbereit ist und der Zahlungsabwickler feststeht, kann der Lösungsanbieter den Registrierungsprozess einleiten. Dazu gehört das Ausfüllen der vom Zahlungsabwickler geforderten Unterlagen, einschließlich der EMVCo-Zertifizierung des Zielgeräts mit dem EMV-Kartenlesegerät. Diese Unterlagen werden häufig als „Intake-Formulare" bezeichnet und beschreiben zudem die Zahlungsumgebung sowie die Einschränkungen der Lösung (so würde beispielsweise ein unbeaufsichtigter Kiosk mit einem integrierten Einschubkartenleser, aber ohne unterstütztes PIN-Pad dazu führen, dass keine PIN-Testfälle zugewiesen werden). Anschließend muss der Zahlungsabwickler den Registrierungsprozess abschließen, damit jede der Kartenmarken mit ihren Testsystemen prüfen und verifizieren kann. Nach abgeschlossener Registrierung folgt die Vorbereitung.
Im Rahmen der Vorbereitung stellt der Zahlungsabwickler Testzugangsdaten sowie Host-Zugangsinformationen bereit, mit denen eine einfache Transaktion durchgeführt wird, um die korrekte Einrichtung des Kontos zu bestätigen. So lassen sich IT-Probleme – wie etwa eine durch die Firewall blockierte Verbindung oder andere Zugriffsbeschränkungen – frühzeitig erkennen und beheben. Die Überprüfung aller Testskripte stellt sicher, dass sämtliche gewünschten Anwendungsfunktionen im Rahmen der Zertifizierung abgedeckt sind.
Schritt 3: EMVCo-Zertifizierung und Validierung
Für die EMV-Zertifizierung empfiehlt sich der Einsatz eines UL Brand Test Tools (BTT), mit dem Testfälle der Kartenmarken geladen und gegen das Gerät sowie die Anwendung ausgeführt werden können. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf rund 12.000 USD – ein unverzichtbares Werkzeug. In dieser Testphase muss eine Person Hunderte von Tests manuell durchführen, das heißt Karten einführen, Tasten betätigen und die Ergebnisse in einer „tpp"-Datei für das UL Brand Test Tool festhalten.
Sobald diese Teststufe abgeschlossen ist, gilt die Anwendungsentwicklung als beendet, da alle Probleme als behoben oder durch einen Ausnahmegenehmigung abgedeckt gelten. Es folgt nun die Vor-Validierungsphase, in der sämtliche Tests mit den Testsystemen der Kartenmarken durchgeführt werden müssen. Jede Marke führt in dieser Phase eine individuelle Prüfung durch, um sicherzustellen, dass Host und Karte das System korrekt durchlaufen haben. Dieser Testabschnitt kann mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Die Validierung stellt die eigentliche und abschließende Zertifizierung dar – sozusagen die Zielgerade des gesamten Prozesses. Sie umfasst eine letzte Testrunde, die dieses Mal gegen die offiziellen Zertifizierungshosts der Kartenmarken durchgeführt wird, um etwaige Unstimmigkeiten oder Überraschungen aufzudecken, die in den vorherigen Tests möglicherweise übersehen wurden. Als krönender Abschluss erfolgt die Ausstellung der Zertifizierung per E-Mail – das Signal, dass alle Arbeiten abgeschlossen sind.
Wie ID TECH den EMV-Zertifizierungsprozess vereinfacht
Wenn Ihnen der gesamte Prozess zu komplex erscheint, kann ID TECH ihn für Sie erheblich vereinfachen. ID TECH's Common Kernel vereinfacht den Zertifizierungsprozess erheblich. Sobald Sie über eine kontaktbasierte EMV-Zahlungslösung verfügen, die ein beliebiges ID TECH Common Kernel-Produkt enthält und Level 3-zertifiziert ist, ist für die Integration neuer Produkte auf Basis des ID TECH Common Kernel keine erneute Level 3-Zertifizierung erforderlich.
Dies bietet maximale Flexibilität und Agilität, wenn ein System um EMV-Zahlungslösungen erweitert oder aufgerüstet werden soll. Der aufwändige und kostspielige Level 3-Zertifizierungsprozess muss nicht von vorne begonnen werden. Wenn man bedenkt, wie zeitintensiv der EMV-Zertifizierungsprozess sein kann, ist dies ein echter Durchbruch. Der Wegfall der Neuzertifizierung kann zu erheblichen Produktivitätssteigerungen führen und die Markteinführungszeit deutlich verkürzen.
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