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EMV-Gerätekonfiguration – Das Wichtigste im Überblick

Im Vergleich zu MagStripe-Lesegeräten sind Chipkartenleser anspruchsvoller. Das Lesen eines Magnetstreifens ist vergleichsweise unkompliziert, doch damit ein Chipkartenleser mit dem Chip einer Chipkarte kommunizieren kann, sind umfangreiche Vorbereitungen und Konfigurationsschritte erforderlich. Im Folgenden erläutern wir, was das konkret bedeutet.

Bevor Sie EMV-Transaktionen mit einem Chipkartenleser durchführen, müssen Sie sicherstellen, dass Ihr Kartenlesegerät ordnungsgemäß konfiguriert ist. Dies umfasst mindestens das Laden der folgenden Daten auf das Gerät:

  1. Korrekte Terminal-Einstellungen
  2. Alle erforderlichen AIDs
  3. Public Keys für die Kartenmarken, die Sie akzeptieren möchten

TERMINAL-EINSTELLUNGEN

Die sogenannten „Terminal-Einstellungen" müssen dem Gerät als TLVs (Daten im Tag/Länge/Wert-Format) übermittelt werden, unter Verwendung von branchenüblichen Tags gemäß den EMVCo-Spezifikationen für kontaktbehaftetes EMVund/oder kontaktloses EMV. Hier ein Beispiel, wie solche Einstellungen aussehen können:

Haupteinstellungen

Nebeneinstellungen

HINWEIS: Tags, die mit „DF" beginnen, sind proprietäre Tags von ID TECH. Informationen zu diesen Tags finden Sie in diesem Dokument.

Um besser zu verstehen, was diese Tags bewirken und was die einzelnen Werte bedeuten, empfehlen wir den Artikel in der ID TECH Knowledge Base mit dem Titel „Which Terminal Settings Am I Allowed to Change?"

Diese Einstellungen sind wichtig, da dem Chip auf der Karte mitgeteilt werden muss, welche Terminalfunktionen der Leser unterstützt. Zum Beispiel: Erwartet der Leser eine Chip-und-PIN-Transaktion? Wird der Leser unbeaufsichtigt betrieben (z. B. in einem Kiosk oder einem Geldautomaten)? In welchem Land wird der Leser eingesetzt? Diese und weitere wichtige Fragen werden in den „Terminal-Einstellungen" beantwortet.

AIDs

Jede Chipkarte enthält eine oder mehrere „Anwendungen", die die Karte unterstützt. Diese „Anwendungen" sind nicht als Code im Chip implementiert, sondern als eine Reihe von Verzweigungsentscheidungen, die auf Bitwerten in Flag-Bytes verschiedener TLVs basieren. Der Chip kann – und wird – vom Leser zum Zeitpunkt der Transaktion abgefragt werden, um festzustellen, welche „Anwendungen" vorhanden sind. Der EMV-Kernel des Lesers vergleicht die auf der Karte verfügbaren Anwendungen mit den im Kernel vorhandenen Anwendungen und legt fest, welche Anwendung bei der Transaktion tatsächlich verwendet wird.

Die hier beschriebenen Anwendungen werden umgangssprachlich als „AIDs" bezeichnet, wobei das Akronym „AID" schlicht für Application Identifier (Anwendungskennung) steht.

Eine AID ist jedoch mehr als nur ein Bezeichner. Sie besteht aus dem Bezeichner sowie allen TLVs, die die Verzweigungslogik der Anwendung enthalten. Eine typische AID (in JSON dargestellt) sieht in etwa so aus:

Die TLVs in dieser AID sind wie folgt:

Dies ist die Standard-Mastercard-AID. (Eine Liste häufig verwendeter AIDs finden Sie auf dieser Website.)

Bitte beachten Sie: Obwohl ID TECH Lesegeräte mit bestimmten vorinstallierten „Standard-AIDs" geliefert werden, sollten Sie Ihre genauen AID-Anforderungen ermitteln und alle benötigten AIDs selbst laden, bevor Sie ein Gerät in den Produktivbetrieb überführen – da AIDs sich ändern und die Werte möglicherweise an Ihre Zahlungsanwendung angepasst werden müssen.

In der Regel laden Sie 6 bis 12 AIDs in Ihr Kartenlesegerät, um gängige Karten und ihre Varianten zu unterstützen (z. B. Visa-Kreditkarte, Visa-Debitkarte, Common Debit, Mastercard-Kreditkarte usw.).

ÖFFENTLICHE SCHLÜSSEL (CAPKS)

Eine Chipkarte enthält die privaten Schlüssel des Kartenausstellers, mit denen verschiedene kryptografische Datenwerte signiert werden, die von der Karte stammen. Diese kryptografischen Werte (Kryptogramme) müssen zur Laufzeit vom EMV-Kernel des Lesegeräts mithilfe der öffentlichen Schlüssel des Kartenausstellers verifiziert werden. Die öffentlichen Schlüssel werden außerdem benötigt, um Daten zu validieren, die während Online-Autorisierungsanfragen vom Aussteller übermittelt werden. Daher ist es unerlässlich, dass das Lesegerät mit allen öffentlichen Schlüsseln konfiguriert ist, die zur Unterstützung aller zum Transaktionszeitpunkt akzeptierten Karten erforderlich sein können.

Die erforderlichen öffentlichen Schlüssel liegen in Form von Certificate Authority Public Keys (oder CAPKs) vor. Eine Liste solcher Schlüssel finden Sie auf dieser Webseite. Bei der Konfiguration eines Kartenlesegeräts für den Produktivbetrieb müssen Sie die aktuellen CAPKs von Ihrem Zahlungsabwickler und/oder den Kartenausstellern beziehen, um sicherzustellen, dass Ihre Schlüssel auf dem neuesten Stand sind. CAPKs laufen regelmäßig ab, und Ihr Kartenlesegerät wird Transaktionen ablehnen, wenn ein falscher oder abgelaufener CAPK verwendet wird. Dies ist eine häufige Ursache für Laufzeitprobleme. Wenn Ihr Kartenlesegerät Transaktionen ablehnt und Sie die Ursache nicht kennen, sollten Sie daher als Erstes prüfen, ob die erforderlichen und aktuellen CAPKs in das Lesegerät geladen wurden.

CAPKs sehen folgendermaßen aus:

Je nach den zu unterstützenden Kartentypen müssen Sie möglicherweise bis zu zwei Dutzend (oder mehr!) CAPKs in Ihr Gerät laden.

SO KONFIGURIEREN SIE IHR GERÄT

Klingt das nach viel Konfigurationsaufwand? Das ist es auch! Aber es ist absolut notwendig, wenn Sie EMV-Transaktionen unterstützen möchten.

Glücklicherweise bietet ID TECH verschiedene kostenlose Tools, die Ihnen bei der Konfiguration Ihres Geräts helfen. Alle unsere EMV-Geräte werden beispielsweise von einem Universal SDK unterstützt, das Code-Bibliotheken enthält, mit denen Sie eigene Konfigurationstools entwickeln können. Darüber hinaus bietet ID TECH eine „Universal Demo"-App (auch „UDemo" genannt) für Windows an, die eine komfortable Point-and-Click-Oberfläche zum Laden von AIDs, CAPKs und Terminal-Einstellungen bietet. (Weitere Informationen finden Sie auf der Universal SDK-Seite .)

Für Nutzer des Augusta -Kartenlesers sowie unserer kontaktlosen Lesegeräte bietet ID TECH ein Konfigurationsprogramm an, mit dem sich alle Terminal-Einstellungen, CAPKs und AIDs, die Ihr Lesegerät benötigt, per Knopfdruck laden lassen. Dieses Tool ermöglicht die Erstellung und Nutzung einer zentralen Master-Konfigurationsdatei im JSON-Format, die sämtliche Geräteeinstellungen enthält. Sobald alle Einstellungen in einer JSON-Datei gespeichert sind, kann das Konfigurationstool auch von technisch nicht versierten Anwendern genutzt werden, um Einstellungen in jedes ID TECH-Gerät einzuspielen. Fragen Sie Ihren ID TECH-Ansprechpartner danach. Es ist kostenlos und spart Ihnen enorm viel Zeit. Haben Sie Fragen zu EMV? Zur Gerätekonfiguration? Zur Entwicklung von Zahlungsanwendungen? Kontaktieren Sie unsere Experten. Gebührenfreie Rufnummer
1-800-984-1010