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EMV-Compliance: Was Sie wissen müssen

Was ist EMV?

EMV® -Technologie wurde von American Express, Discover, JCB, Mastercard, UnionPay und Visa entwickelt und wird von diesen verwaltet. Es handelt sich um einen globalen Standard für Kreditkarten, die Computerchips zur Authentifizierung von Chip-Kartentransaktionen verwenden. EMV-Chips verschlüsseln Bankdaten und sind dadurch wesentlich sicherer als herkömmliche Magnetstreifenkarten. EMV-Technologie wurde in erster Linie entwickelt, um Kreditkartenbetrug zu verhindern.

Wenn es dennoch zu Betrug durch gefälschte oder gestohlene bzw. verlorene Karten kommt, kann das Vertrauen der Karteninhaber in ihr Kartenprodukt, ihre Bank und den betroffenen Händler erheblich erschüttert werden. In den meisten Fällen muss der Kartenherausgeber das Konto sperren und riskiert dabei, den Kunden dauerhaft zu verlieren. Einem Händler entgehen nicht nur die Einnahmen aus dem betrügerischen Kauf, sondern möglicherweise auch künftige Umsätze mit dem betroffenen Karteninhaber.

EMV-Karten sind Smartcards (auch Chipkarten oder IC-Karten genannt), da sie ihre Daten auf integrierten Schaltkreisen speichern. Darüber hinaus verfügen sie weiterhin über die bekannte Magnetstreifentechnologie, um die Abwärtskompatibilität zu gewährleisten.

Obwohl es bei den beteiligten Parteien mitunter Vorbehalte gegenüber der Umstellung auf EMV-Zahlungstechnologie gibt (Home Depot und Walmart haben Klagen gegen Kartenherausgeber eingereicht), sind Sicherheitsexperten überzeugt, dass die Migration der Händler ein entscheidender Schritt im Kampf gegen Betrug ist, der typischerweise an stationären Zahlungsterminals auftritt.

Dies ist angesichts des stetig zunehmenden Kreditkartenbetrugs von großer Bedeutung. Seit Oktober 2015 gilt: Verwendet ein Kunde eine gefälschte Chipkarte und verfügt der Händler über kein EMV-Kartenlesegerät, so trägt dieser Händler könnte für den Betrug haftbar gemacht werden. Dies wird als „Haftungsverlagerung" bezeichnet. Wie wir später sehen werden, wurde dieser Termin für Tankstellen und Convenience-Stores aufgrund ihrer besonderen Situation auf Oktober 2020 verschoben.

Die EMV-Migration auf Chipkarten war und ist ein gewaltiges Unterfangen. Zunächst müssen alle reinen Magnetstreifenkarten durch chipfähige Karten ersetzt werden. In den Vereinigten Staaten sind von den ausgebenden Banken rund 1,2 Milliarden aktive Zahlungskarten im Umlauf. Darüber hinaus werden sämtliche Point-of-Sale-(POS-)Terminals und Zahlungsterminals auf die Akzeptanz von Chipkarten aufgerüstet – ein kostspieliger Prozess, der zwischen 8 und 12 Milliarden Dollar kosten wird.

Was bedeutet EMV-Konformität?

Wie lässt sich feststellen, ob man konform ist? Bisher waren Kreditkartenaussteller für gestohlene Gelder bei betrügerischen Transaktionen verantwortlich. Nun geht die Haftung bei Betrug oder Zahlungsstreitigkeiten auf diejenige Partei über, die am wenigsten mit dem neuen EMV-System konform ist. Mit anderen Worten: Sie verlagert sich auf Unternehmen, die EMV-Technologie noch nicht vollständig integriert haben. Wer also eine Chipkarte durchzieht, anstatt sie einzustecken, erhält vom Kartenaussteller keine Erstattung. Und nur weil Sie EMV-Kartenakzeptieren, bedeutet das nicht, dass Sie keine Magnetstreifenkarten mehr verarbeiten können (die meisten Chipkarten haben auch einen Magnetstreifen auf der Rückseite).

Verwendet ein Kunde eine Magnetstreifenkarte ohne Chip und wird diese durchgezogen, haftet der Händler im Falle eines EMV-Zahlungsstreits nicht. Es ist grundsätzlich eine gute Geschäftspraxis, bei der Zahlungsautorisierung die Ausweisdokumente des Kunden zu prüfen. Seriöse Kunden haben in der Regel nichts gegen diese zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, die sowohl sie selbst als auch den Händler schützt.

Zieht ein Kunde jedoch eine Karte mit Chip durch, kann der Händler bei einem EMV-Zahlungsstreit haftbar gemacht werden. Es empfiehlt sich daher, auf ein EMV-Kartenlesegerät umzurüsten, sodass bei einem Einstecken der Karte anstelle des Durchziehens keine Haftung des Händlers bei einem EMV-Zahlungsstreit entsteht.

Die Haftungsverlagerung gilt nicht für „Card-not-Present"-Transaktionen oder für Betrug im Zusammenhang mit verlorenen oder gestohlenen Karten. In diesen Fällen gelten die bestehenden Haftungs- und Rückbuchungsregeln unverändert. Händler, die ausschließlich online verkaufen, müssen sich keine Gedanken über die Haftungsverlagerung machen.

Ist EMV-Konformität gesetzlich vorgeschrieben?

Nein, das ist sie nicht. Es liegt letztlich im Ermessen jedes einzelnen Unternehmens, ob es ein Upgrade durchführt oder nicht. Auch wenn die EMV-Haftungsverlagerung offiziell kein Gesetz ist, empfiehlt es sich dennoch, sich und sein Unternehmen vor einer Haftung bei EMV-Zahlungsstreitigkeiten zu schützen.

Der Umstieg auf EMV-Technologie bietet neben dem Schutz vor der Haftungsverschiebung noch einen weiteren Vorteil: EMV-fähige Kartenlesegeräte können auch die Near Field Communication (NFC)-Technologie unterstützen. Dadurch können Kunden ihre Debit- oder Kreditkarte einfach nah an das Lesegerät halten, um eine Transaktion durchzuführen. „Tap and Go" ist die neueste Funktion für Kunden – und sie werden es zu schätzen wissen, dass Sie ihnen das Einkaufen so einfach wie möglich machen.

Die Kraftstoffbranche: Ein besonderer Fall bei der EMV-Compliance

Eine Branche, die bei der Einführung der EMV-Technologie eine Sonderrolung einnimmt, ist die Kraftstoffbranche.

Im Jahr 2013 – dem letzten erfassten Jahr des inzwischen eingestellten MarketFacts des National Petroleum News – gab es in den USA insgesamt 152.995 Tankstellen im Einzelhandel. Auf Convenience Stores entfallen rund 80 Prozent der in den USA verkauften Kraftstoffe. Nur ein kleiner Teil dieser Geschäfte gehört den großen Ölkonzernen. Der Großteil der Tankstellen befindet sich demnach in privatem Besitz, wie Daten von NACS, dem Branchenverband für Convenience und Kraftstoffeinzelhandel, belegen.

Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass Tankstellen bei der Einführung von EMV sehr unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Eine ähnliche Situation gab es, als große Einzelhändler EMV-Technologie einführten und dabei kleineren Unternehmen voraus waren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, mussten auch die kleineren Betriebe auf EMV umrüsten.

Viele Tankstellen befinden sich derzeit in der Test- und Zertifizierungsphase, während andere mehrere Upgrades gleichzeitig durchführen möchten. Da Zapfsäulen eine Lebensdauer von rund 15 Jahren haben, soll bei einer Umrüstung natürlich so viel neue Technologie wie möglich integriert werden. Schätzungen zufolge wird die Umstellung der US-amerikanischen Zapfsäulen auf EMV die Kraftstoffbranche 7 Milliarden US-Dollar kosten, da ein Drittel der vorhandenen Säulen ersetzt werden muss.

Visa erkannte, dass die Kraftstoffbranche vor besonderen Herausforderungen steht, und legte den Chip-Aktivierungstermin für automatische Kraftstoffabgabegeräte (AFDs) daher zwei Jahre nach dem Termin für reguläre Ladengeschäfte fest. Tankstellen und Convenience Stores benötigen mehr Zeit für die Umstellung auf Chip-Karten, da die Infrastruktur komplex und die für Zapfsäulen erforderliche Technologie spezialisiert ist. So müssen in manchen Fällen ältere Zapfsäulen erst ausgetauscht werden, bevor Chip-Lesegeräte installiert werden können – ein Prozess, der spezialisierte Anbieter und sogar Eingriffe in Betonuntergründe erfordert. Obwohl Visa die Idee der Haftungsverschiebung bereits vor fünf Jahren ankündigte, bestehen nach wie vor Schwierigkeiten, eine ausreichende Versorgung mit regulatorisch konformer EMV-Hard- und Software sicherzustellen.

Visa hat auf allen Ebenen des Zahlungssystems mit verschiedenen Akteuren zusammengearbeitet. Dabei wurde festgestellt, dass die Betrugsquote an Zapfsäulen vergleichsweise gering ist – lediglich 1,3 Prozent des gesamten US-amerikanischen Zahlungsbetrugs. Daher entschied Visa, den US-amerikanischen Aktivierungstermin für die AFD-EMV-Compliance vom 1. Oktober 2017 auf den 1. Oktober 2020 zu verschieben. Die EMV-Haftungsverschiebung für Geldautomaten blieb jedoch unverändert und trat wie geplant am 1. Oktober 2017 in Kraft.

Die USA holen gegenüber dem Rest der Welt auf – und das in einem zügigen Tempo, wenn es um die Einführung der EMV-Technologie geht. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand.

ID TECH ist ein führender Anbieter von Zahlungsperipheriegeräten mit umfassender Expertise in den Bereichen Magnetstreifen, EMV-Kontakt und EMV-kontaktlos. Das Unternehmen wurde 1985 in Kalifornien gegründet und eröffnete 2016 seinen Asiensitz in Taiwan. Weitere Informationen zu den mobilen Zahlungsprodukten des Unternehmens finden Sie unter ID TECH's mobile Zahlungslösungen.